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in the Sky – Neuer Weltrekord über 10.100 Meter
Freitag,
30. April 2004, 05:45 h, Hart am Chiemsee. Der Rekordballon
startet in den Sonnaufgang hinein. An Bord Charles Kunow
von Jonathan-Ballooning und der Kameramann Danny „das
Auge“ Strasser. Unter dem Korb hängen Mad
Mike Küng und sein speziell gepackter Gleitschirm.
Die
Bedingungen sind perfekt. Kein Bodenwind, fast kein Wind
in
der
Höhe, leichte Cirrusbewölkung. In der kalten Morgenluft
steigt der Ballon mit
rasanten
5 Metern pro Sekunde dem Ziel entgegen. 9.300 Meter sind zu
knacken, um den eigenen Weltrekord zu überbieten. Das
selbe Team, der selbe Ballon. Aber bessere Brenner und eine bessere
Sauerstoffanlage, als im August 2001, so hofft das Team.
In
einer Höhe von etwa 8.000 Meter fängt der
Ballon an regelrecht zu dampfen. Anstatt eines Kondensstreifens wie
beim Düsenjet, entsteht hier eine Kondenswolke, da der Ballon
fast stationär in die Höhe klettert. Die Wolke, größer
als der Ballon selbst, löst sich ab, steigt auf, um kurze Zeit
später wieder in sich selbst zusammenzufallen.
In
dieser Höhe begannen vor 2,5 Jahren die ersten Probleme.
Der Brenner fiel aus, der Ballon sank zeitweise wieder. Diesmal nicht.
Mit unverminderter Geschwindigkeit geht es der Stratosphäre
entgegen.
8.000
Meter, das ist auch die Höhe, in der am Tag zuvor der
Rekordversuch von der Flugsicherung gestoppt wurde.
Trotz vorliegender schriftlicher Genehmigung, wurde der Ballonfahrer
vom Tower zur sofortigen Umkehr gezwungen. Bei diesem neuen Versuch
hat das Unternehmen die volle Unterstützung des Münchner
Flughafens.
Die
Kälte nimmt unerbittlich zu. Mike Küng ist mit einer mehrere
Zentimeter dicken Eisschicht bedeckt. Die Finger
und das Gesicht beginnen zu schmerzen. Oben im Ballon
ist es durch die Flamme etwas wärmer. Aber auch
dort sind der Pilot, der Kameramann und das Equipment von einer Reifschicht
überzogen.
Wenige
hundert Meter über dem Ballon fliegt ein Linienflugzeug
Richtung München. Ein faszinierender Anblick.
Nach
nur 35 Minuten sind die Drei in einer Höhe von
10.300 Metern. Es herrschen Minus 65 °
Celsius, der Luftdruck beträgt nur noch ein Viertel
des Bodendrucks. Jeder Atemzug mit der Sauerstoffmaske fällt
schwer. Für Danny Strasser ist das Atmen plötzlich
fast unmöglich. Der Schlauch zu seiner Maske hat ein riesiges
Leck, wie später am Boden festgestellt wird.
Der vereiste Plastikschlauch ist wahrscheinlich gebrochen. Danny wird
schwarz vor Augen, er sinkt auf dem Ballonboden zusammen.
Der
Ballonfahrer versucht den Kameramann
wieder aufzuwecken. Ohne Erfolg. Jetzt muß alles ganz schnell
gehen. Charles geht mit dem Ballon in den Sinkflug über, lehnt
sich über den Korbrand, informiert Mike mit wenigen Stichworten
und fordert ihn zum Abspringen auf.
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In 10.100 Meter Höhe löst
Mike die Trennvorrichtung aus, fällt Richtung Erde.
Der Gleitschirm
öffnet schlagartig. In der dünnen
Luft fliegt der Paragleiter mit einer unglaublichen
Geschwindigkeit, ist extrem anfällig für Störungen.
Mike umkreist den Ballon, bleibt immer in der Nähe.
Helfen kann er den beiden im Korb nicht. Ein schreckliches
Gefühl. |
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In
einer Höhe von etwa 7.000 Metern erlangt der
Kameramann das Bewusstsein wieder. Es geht ihm gut. Gott sei
Dank!
25
Minuten nach MadMikes Absprung landet der Ballon in einer
Wiese, nur 30 Kilometer vom Startort entfernt. Eine
Minute später hat auch Mike wieder festen Boden unter den Füßen.
Mike
ist überglücklich. Der Weltrekordversuch
ist geglückt. „Das war ganz hart am Limit! Wir
haben das Letzte herausgeholt. Ich bin dankbar, das wir alle wieder
gesund zurück auf der Erde sind!“
Und
dann gibt es noch eine stilvolle Champagnerdusche...
Charles
Kunow und Mike Küng freuen sich über den Erfolg. Kameramann
Danny Strasser ärgert sich immer noch darüber, daß
er eine kurze Auszeit genommen hat...
Link:
Tiroler Tageszeitung - Online Dienst "Mike Küng
übertrifft Höhenweltrekord mit Gleitschirm"
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